
Juristische Recherche gehört zum Tagesgeschäft jeder Kanzlei und ist gleichzeitig einer der größten Zeitfallen im Kanzleialltag. Mandant:innen erwarten heute schnellere und belastbare Einschätzungen, während die eigentliche Recherchearbeit aufwendig bleibt.
Mit Anita bringt die Digitale Kanzlei jetzt eine KI-Rechercheplattform ins Portfolio, die genau hier ansetzt: kostengünstig, schnell, präzise, nachvollziehbar und ohne Halluzinationen. Möglich wird das durch die neue Kooperation zwischen Soldan und Anita Legal.
Ein Schritt, der zeigt, wie Legal Tech und praxisnahe Kanzleiarbeit zusammenfinden können.
Warum klassische Rechtsrecherche an ihre Grenzen stößt
Rechtsanwält:innen und Rechtsabteilungen verbringen im Schnitt rund 20 Prozent ihrer Arbeitszeit mit der Fallrecherche. Zeit, die für die eigentliche Mandatsbearbeitung fehlt. Klassische juristische Datenbanken setzen dabei häufig auf reine Stichwortsuche und liefern statt konkreter Antworten eine kaum zu bewältigende Menge an Ergebnissen, durch die man sich erst mühsam durcharbeiten muss oder die Suchen bleiben ganz ergebnislos, wenn die passenden Schlagworte fehlen. Hinzu kommt, dass viele Datenbanken teuer und fragmentiert sind.
Auch generative KI-Chatbots lösen dieses Problem oft nicht zuverlässig. Sie neigen dazu, Quellen, Paragrafen oder Urteile frei zu erfinden oder aus dem Zusammenhang zu reißen. Für die juristische Arbeit ist das mehr als ärgerlich. Wer sich heute auf falsche KI-Ergebnisse verlässt, riskiert Fehler gegenüber Mandant:innen und im späteren Verfahren. Die Folge ist häufig aufwendiges Gegenprüfen der KI-Ergebnisse oder die Rückkehr zur mühsamen manuellen Recherche.
Nachvollziehbarkeit statt einer Blackbox
Genau hier setzt Anita an. Statt die Antworten einfach auszugeben, macht Anita sichtbar, wie sie zu ihr gelangt. Möglich ist dies durch eine patentierte, erklärbare KI-Technologie, die in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut entwickelt wurde.
Anstatt nur einzelne Stichworte abzugleichen, versteht Anita den rechtlichen Kontext einer Anfrage, durchsucht veröffentlichte und über die Kanzlei-Community auch unveröffentlichte Rechtsprechung, sowie Literatur und bei Bedarf kanzleiinterne Daten.
Jede Antwort lässt sich bis zur konkreten Fundstelle zurückverfolgen. Als Ergebnis erhält man statt eine Blackbox einen Rechtsweg, welcher sich Schritt für Schritt überprüfen lässt und keinen Raum mehr für Halluzinationen erlaubt (siehe auch unseren Blogbeitrag zum Thema Black Box KI: Trainingsdaten im Deep Learning).
Von der ersten Recherchefrage bis zum verwertbaren Ergebnis deckt Anita den gesamten Arbeitsprozess ab: bei der eigentlichen Rechtsrecherche, bei der Erstellung von Schriftsatzentwürfen mit klarem Bezug zu den zugrunde liegenden Urteilen und bei der strukturierten Datenextraktion aus Dokumenten, wie Urteile, Verträge und Akten.
Datensicherheit als Grundvoraussetzung
Gerade weil bei der Arbeit von Rechtsanwältinnen um sensible Mandatsdaten geht, ist der Umgang mit Datenschutz und Berufsrecht für Kanzleien keine Nebensache.
Anita ist BRAO- und DSGVO-konform ausgelegt, die ISO-zertifizierten Server stehen in der Europäischen Union und auch die Entwicklung und Datenerhaltung folgen einem klar europäischen Ansatz.
Für den Kanzleialltag heißt das, dass neue Technologie sich einsetzen lässt, ohne bei den berufsrechtlichen Anforderungen Kompromisse eingehen zu müssen.
Was sich konkret im Kanzleialltag ändert
Der spürbarste Effekt zeigt sich in der Zeit, die durchstrukturierte und direkt überprüfbare Rechtsrecherche frei wird. Im Vergleich zur klassischen Recherche kann dies bis zu 75 Prozent der ursprünglichen Zeit sein. Diese Zeit fehlt an anderer Stelle nicht fürs eigentliche Mandat, sondern kann in die Bewertung, Strategie und Argumentation fließen. Dazu teilen mittlerweile über 450 Kanzleien Entscheidungen und Dokumente über die Plattform und als Nebeneffekt entsteht ein Netzwerk, welches die Datenbasis kontinuierlich breiter macht.
Für unterschiedliche Kanzleigrößen gedacht
Anita richtet sich an Kanzleien und Rechtsabteilungen jeder Größe. Unabhängig ob kleine oder mittlere Einheiten mit wenigen Anwält:innen bis zu Großkanzleien oder Konzernen. Je nach Bedarf kann man zwischen der eigenständigen Rechercheplattform (Anita Public), einer Variante für die vertrauliche massenhafte Auswertung eigener Kanzleidaten (Anita Private) sowie einer API-Lösung zur Integration in bestehende Kanzleisysteme (Anita API) wählen. Während die Rechercheplattform ohne IT-Aufwand sofort startklar ist, erfolgt für die individuelle Integration eine kurze Einrichtungsphase mit dem Anita-Team.
Fazit
Ob sich KI in der juristischen Praxis durchsetzt, entscheidet nicht die Technologie allein, sondern ihre Verlässlichkeit und praktische Nutzbarkeit.
Mit der Kooperation zwischen Soldan und Anita rückt eine Recherchelösung näher an den Kanzleialltag, die genau das verspricht: weniger Zeit für das mühsame Zusammensuchen und Gegenprüfen von Ergebnissen und mehr Zeit für die eigentliche Mandatsarbeit.

CXO & Ko-Gründer (Anita), Volljurist
Til Bußmann-Welsch ist Volljurist und Ko-Gründer bei Anita. Aus seiner Promotion zur Analyse richterlichen Verhaltens bringt er tiefes Verständnis für die Digitalisierung juristischer Arbeit mit. Bei Anita verantwortet er als CXO u. a. die Nutzerkommunikation sowie Kooperationen.
