Webinar

Das Webinar mit Prof. Steininger

Legal Tech - Ein Blick unter die Motorhaube

Inhalte, Funktionen und technische Hintergründe im Überblick

Welche Inhalte werden in der Schulung vermittelt?

Zunächst geht es in dem Webinar darum, den Begriff des Legal Tech, auch vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Literatur und Rechtsprechung, zu klären. Sodann erfolgt ein Überblick über einige technische Grundlagen, so insbesondere über den Unterschied zwischen regelbasierte Programmierung und Machine-Learning-Programmen, die vor allem auf Trainingsdaten beruhen.

Ziel ist es, die wesentlichen Inhalte von Legal Tech im Überblick nahezubringen. Hierbei wird ein besonderer Wert auf die technischen Hintergründe gelegt, sodass die Teilnehmer auch einen Einblick in die Programmierung erhalten. Technische Kenntnisse sind nicht erforderlich, es geht lediglich darum, ein Grundverständnis dafür zu entwickeln, wie bestimmte Programme funktionieren und arbeiten – und vor allem auch, wie man sie gewinnbringend für die eigene Arbeit im juristischen Bereich einsetzen kann.

Folgende Themenbereiche werden Inhaltlich schlaglichtartig beleuchtet:
Dokumenten-/Vertragsgeneratoren
Online Dispute Resolution (ODR)
E-Discovery Programme
Legal Bots
Blockchain & Smart Contracts
Weitere Informationen finden Sie im detaillierten Programmablauf.

Programmablauf

Zeit
Titel des Abschnittes
Inhalte des Abschnittes
09:00 bis 09:15 Uhr
Vorstellung des Dozenten und kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmer
Kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmer
09:15 bis 10:45 Uhr
Einführung und Überblick über Inhalte und Grundlagen des Legal Tech
  • Definition des Legal Tech und verschiedene wissenschaftliche Perspektiven hierzu
  • Notwendigkeit der Anwendung von Legal Tech-Lösungen
  • Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere „Legal Tech-Gesetz“ und EU-KI-VO
  • Überblick über die in dieser Veranstaltung zu behandelnden Legal-Tech-Tools, also
    1. Vertragsgeneratoren
    2. Legal Bots
    3. E-Discovery-Programme
    4. Smart-Contracts
    5. ODR – Online Dispute Resolution-Programme
10:45 bis 11:00 Uhr
Kaffeepause
11:00 bis 12:30 Uhr
Grundsätze der Anwendung von KI im Bereich Legal Tech – regelbasierte KI versus Maschine Learning (ML)
  • Gegenüberstellung von regelbasierter KI und Maschine Learning (ML) anhand von Trainingsdaten
  • kurze Einführung in Python als maßgebliche Programmiersprache
  • Beispiel für ein regelbasiertes Programm im Bereich Legal Tech anhand eines Prüfmechanismus für § 640 BGB; Besprechung des Programms mit Programmanalyse
  • Grundlagen und Struktur des Maschine Learnings anhand von Trainingsdaten
  • Vorgehen und Erstellung eines Programms für ML, in diesem Fall für die Prüfung von § 640 BGB, um die Programmstruktur und die Anwendung des Programms mit dem regelbasierten Programm vergleichen zu können
  • einige mathematische Anmerkungen im Hinblick auf anwendbare Modelle, so insbesondere Naive Bays und logistische Gleichungen
  • einige Anmerkungen zum Prompt Engineering
12:30 bis 13:00 Uhr
Mittagspause
13:00 bis 13:50 Uhr
Vertragsgeneratoren
  • Vorfragen: Macht es überhaupt Sinn, eine Vertragsgenerator einen bestimmten Fall zu erstellen? Lässt sich der Vertragsgenerator durch bereits gängige KI wie Chat GPT vielleicht einfacher erstellen?
  • Rechtliche Struktur des zu generieren Vertrages:
    1. Rubrum und Präambel
    2. Zweckerfüllungsklauseln
    3. Risikoklauseln
    4. Durchführungsbestimmungen
    5. Schlussbestimmungen
    6. Umsetzung der rechtlichen Struktur in ein Computerprogramm:
      • Entscheidung, ob Regel basiert oder ML-basiert
      • Entwurf der Programmstruktur
  • Beginn des Programms: tkinter-Oberfläche
  • Eingabe der Struktur des (Kauf-)Vertrages in das Programm
  • Kontext-Manager: Speicherung, Öffnung und Schließung der Dateien
  • Callback Funktion, Vertrag erstellen
  • Titel für die Tkinter-Eingabemaske
  • feststehende Formularfelder
  • variable Formularfelder
  • „Vertrag erstellen“–Button
13:50 bis 14:00 Uhr
Kaffeepause
14:00 bis 14:50 Uhr
E-Discovery Programme
  • Definition und Erläuterung der E-Discovery am Beispiel der Due Diligence; Notwendigkeit der Recherche in großen Dokumentenmengen.
  • Erstellung eines einfachen Dokumentenanalyseprogrammes
  • spezielle Ausrichtung der Tkinter-Oberfläche
  • Verfeinerung des Programms durch spezielle Suchalgorithmen
  • die besondere Herausforderung: Auffindung von Ähnlichkeiten gesuchter Begriffe, insbesondere sogenannte cosinus-Ähnlichkeit
  • Programm Beispiele
14:50 bis 15:00 Uhr
Kaffeepause
15:00 bis 15:50 Uhr
Legal Bots
  • Einführung in die Hintergründe und Ziele von Legal Bots
  • Erstellung eines Legal Bots auf der Grundlage eines Dialog-Flows, in welchem potentielle Fragen und Antworten des Bots aufgeführt werden
  • Anmerkungen zu JS JavaScript Object Notation (JSON) als kompaktes Datenformat in einer einfach lesbaren Textform für den Datenaustausch zwischen Anwendungen
  • Erstellung eines legal Bots auf der Grundlage des Dialog-Flows, Beispiel Sachmängelgewährleistung im Kaufrecht sowie bei den Rechtsfolgen (Schadensersatz, Nachbesserung etc.)
  • Gegenüberstellung eines liege Bots, der auf der Grundlage von ML programmiert wurde
  • Überblick zur Struktur der Erstellung eines KaufBots zur Sachmängelgewährleistung auf der Grundlage von ML
15:50 bis 16:00 Uhr
Kaffeepause
16:00 bis 16:50 Uhr
Blockchain und Smart Contracts
  • Einführung in die Frage, warum man Smart Contracts überhaupt benötigt und wo man diese einsetzen kann
  • Überblick zu Blockchain und ihre Programmierung
  • Hierbei Schlaglicht auf eine neue Programmiersprache: bislang wurde immer mit Python gearbeitet, bei Smart Contracts ist die Computersprache Solidity von Bedeutung, Anmerkungen zu Bitcoin und Ethereum bzw. anderen Währungen zum Handel für die Blockchain
  • Beispiel einer Blockchain und eines Smart Contracts beim Versand einer Maschine nach Zentralasien
16:50 bis 17:00 Uhr
Kaffeepause
17:00 bis 17:50 Uhr
ODR – Online Dispute Resolution
  • Einführung, worum es sich bei ODR eigentlich handelt: Beispiele im Hinblick auf Onlinehändler
  • Anmerkungen zu Rechtsprechung, insbesondere Smart-Law Entscheidung
  • Einführung in die Programmierung einer ODR-Plattform: Sammlung der rechtlichen Implikationen und ihre Umsetzung in das Programm
  • Erstellung eines Beispiel-Programms zu ODR
17:50 bis 18:00 Uhr
Möglichkeit, Fragen zu stellen
Abschließende Fragerunde
18:00 Uhr
Ende der Veranstaltung

Prof. Andreas Steininger

Professor Dr. jur. Andreas Steininger, Dipl.-Ing. ist von der Ausbildung her sowohl Jurist (1. und 2. Staatsexamen) als auch Diplom-Ingenieur (theoretischer Maschinenbau). Rechtswissenschaft studierte er bis zum ersten Staatsexamen an der Universität Bonn, wo er auch das Vordiplom in Physik (Astrophysik) ablegte. Im Rahmen seiner rechtswissenschaftlichen Promotion befasste er sich rechtsvergleichend mit dem russischen Kaufrecht, welches er allerdings damals bereits in Form so genannter Knowledge Tools (regelbasiertes Computerprogramm auf der Grundlage von Flussdiagrammen) aufbereitete (Doktorvater Professor Stefan Breidenbach, Herausgeber des Grundlagenwerkes zum Legal Tech).
Nach dem Rechtsreferendariat am Landgericht Aachen und dem zweiten Staatsexamen am Oberlandesgericht Düsseldorf beendete Steininger seine naturwissenschaftliche Ausbildung als Ingenieur im Fachbereich Mechanik an der Technischen Universität Darmstadt (Dipl.-Ing.) mit einer Arbeit zur hydrodynamischen Stabilität. Hiernach folgten rechtsanwaltliche Tätigkeiten im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes bei verschiedenen internationalen Kanzleien, zunächst in Düsseldorf und London, zwischenzeitlich als Rechtsberater bei einem Rechtsberatungsprojekt der Europäischen Union in Baku, dann wieder in Moskau als Rechtsanwalt. Im Jahre 2008 wurde Steininger als Professor für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Wismar berufen. Im Jahre 2009 gründete das Ostinstitut Wismar, welches sich vor allem der Beobachtung und Analyse russischen, ukrainischen und osteuropäischen Recht befasst. Im Jahr 2018 begann Herr Steininger mit der Abfassung eines umfangreichen Werkes zur Systemtheorie der Rechtswissenschaft, das Grundlage für diesen Studiengang Legal Tech ist. Im Jahre 2024 rief er der Studiengang Legal Tech Master an der Hochschule Wismar bzw. an der angegliederten WINGS GmbH ins Leben, den er als Studiengangsleiter führt und selber insgesamt vier Vorlesungen zum Legal Tech im Rahmen dieses Studienganges hält. Die Schwerpunkte des von Steininger geschaffenen neuen Studienganges Legal Tech liegen zu einem gewichtigen Teil auch auf der Programmierung von regelbasierten und ML-basierten Programmen, die vor allem in folgenden Bereichen eingesetzt werden: Erstellung von Vertragsgeneratoren und Legal Bots, Programmierung von E-Discovery- Programmen für Durchführung von Due Diligence sowie der Einsatz von Smart Contracts. Im Rahmen seiner Nebentätigkeitsgenehmigung berät Herr Steininger auch Unternehmen bei der Umstrukturierung von Rechtsabteilungen in Richtung Legal Tech sowie allgemein im internationalen Gesellschaftsrecht und gewerblichen Rechtsschutz (vor allem Patentrecht).

Unsere Termine im Überblick
Ort: Online
Preis: 499,-€*
06.11.2026
Dauer: von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr
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* Netto-Preise zzgl. gesetzlich gültiger MwSt.

An wen richtet sich das Angebot?

Das Webinar richtet sich an Mitarbeiter/innen in Rechtsanwaltskanzleien, in Rechtsabteilungen von Unternehmen sowie Behörden-Mitarbeiter, gleich, ob es sich dabei um juristische Berufsträger (Rechtsanwälte/innen) oder aber um juristisches Fachpersonal handelt. Eine vollständige juristische Ausbildung ist nicht erforderlich.
Elke Jahnke
Seminarorganisation
Sabine Wendisch
Seminarorganisation

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Anmelde- und Stornobedingungen
Eine kostenfreie Stornierung ist bis zu 2 Wochen vor Seminarbeginn möglich. Danach bei Stornierung bis 1 Woche vor dem Seminartermin wird eine Bearbeitungsgebühr von 80,00 € netto zzgl. MwSt. erhoben. Ab 6 Tage vor dem Seminartermin oder bei Nichtteilnahme ist keine Erstattung der Seminargebühren möglich. Ein Ersatzteilnehmer kann benannt werden. Bei Rechnungsumschreibungen wird wir eine Servicegebühr in Höhe von 12,- € zzgl. MwSt. fällig.

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